Neue Heimat - Porträts

John Ehrenteit

Geboren 1886. Vom Beruf Handlungsgehilfe. Ehrenteit war der erste Geschäftsführer der Neuen Heimat, die sich damals noch Gemeinnützige Kleinwohnungsbaugesellschaft Groß-Hamburg (GKB) nannte. In den Zwanziger Jahren war er außerdem an der Gründung der AGEKA beteiligt. Ehrenteit war gleichermaßen in der Politik und in der Gewerkschaftsbewegung tätig.

1911 - 1921 Vorsitzender freigewerkschaftlichen Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen in Hamburg (1919 umbenannt in Zentralverband der Angestellten)
1919 bis 1933 Abgeordneter der Bürgerschaft in Hamburg
1921 geschäftsführender Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Hamburg
1922 Mitglied ADGB-Bezirksausschuss Nordische Wasserkante
1926 bis 1933 Geschäftsführer der GKB (dem Vorläufer der Neuen Heimat)
1929 bis 1933 Senator in Hamburg
1933 im Mai trat Ehrenteit aus der SPD aus bevor diese verboten wurde. Zusammen mit 4 weiteren Ex-SPDlern die "Gewerkschaftsfraktion", die sodann bei der NSDAP-Fraktion hospitierte. Am 10. Juli 1933 wurde ihm - wie auch den übrigen Mitgliedern der Gewerkschaftsfraktion - das Mandat aufgrund der „Verordnung zur Sicherheit der Staatsführung“ aberkannt.

John Ehrenteit starb am 3. März 1968

Quellen: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenteit Stand: 6.8.2013
Dokumente zur Gleichschaltung des Landes Hamburg 1933. Hrsg. u. kommentiert von Henning Timpke. Hamburg: Christians, 1983. 327 S. ISBN 3-7672-0811-3
Die Gewerkschaften in den Anfangsjahren der Republik 1919 - 1923. Bearb. von Michael Ruck. (Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert, Bd. 2) Köln: Bund-Verlag, 1985. 1098 S. ISBN 3-7663-0901-3
Kristina Sassenscheidt: Der Hamburger Weg. 90 Jahre sozialer Wohnungsbau und Quartiersentwicklung. Ausstellung vom 3. bis 28 Juni 2009 in der Freien Akademie der Künste. Hrsg.: SAGA GWG. Hamburg, 1999. 67 S.
Neue Heimat, Heft 3/1968, S. 44

 

Paul Bebert

Geboren am 3. Oktober 1893 in Wandsbek. Ein Gewerkschafter, der nach 1945 von den Allierten zum Treuhänder der Neuen Heimat eingesetzt wurde.

1911 Eintritt in die Gewerkschaftsbewegung
1924 Tätigkeit im Hauptvorstand des Baugewerkbundes
1929 Übersiedelung nach Berlin mit dem Hauptvorstand des Baugewerkbundes
1933 Vier Monate Gefängnis im KZ Hamburg-Fuhlsbüttel
1935 - 1937 KZ Esterwegen-Papenburg wegen "Hochverrat"
1945 - Vorsitzender der Hamburger Industriegewerkschaft Bau, Steine, Erden
1945 am 14. September 1945 schlägt der Paul Bebert die Symbole der Deutschen Arbeitsfront von der Fassade dxes Gewerkschaftshauses am Besenbinderhof
1946 bis 1949 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft
1946 bis 1957 Mitglied der Baudeputation
1946 bis 1957 Aufsichtsratsvorsitzender der Bauhütte Nord
1946 bis 1961 Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Freier Gewerkschaften
1949 bis 1952 Treuhänder der Neuen Heimat
1950 bis 1958 Aufsichtsratsmitglied beim Neuen Heim (später Neue Heimat Nord)
1951 bis 1961 Nochmals Abgeordneter der Bürgerschaft
1955 bis 1961 Aufsichtsratsvorsitzender der AGEKA in Hamburg

Paul Bebert starb am 3. Mai 1976

Quellen:
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bebert (Stand: 6.8.2013)
Wegweiser zu den Stätten von Verfolgung und sozialdemokratischem Widerstand in Hamburg. Teil I: Die innere Stadt. Hrsg:
Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten (AvS). Hamburg 2005
Hamburgische Biografie. Personenlexikon. Band 1. Hrsg.: Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Hamburg: Christians Verlag, 2001
Neue Heimat, Heft5/1976, S. 55

 

Heinrich Plett

Volkswirt. Plett war der erste Geschäftsführer der Neuen Heimat nach dem 2. Weltkrieg. Er setzte sich erfolgreich für die organisatorische Zusammenfassung der Neue-Heimat-Gesellschaften ein, nutzte die Möglichkeiten des Kapitalmarktes bis an die Grenzen und engagierte mit Vorliebe namhafte Architekten für Bauvorhaben der Neuen Heimat. Eine andere wichtige Person kam mit ihm aus Kassel zur Neuen Heimat in Hamburg: Albert Vietor.

1908. Geboren am 19. Juni in Kassel
Mittlere Reife
1.4.1924. Bankhaus in Kassel. Gewerkschaftsmitglied
Mitglied der SPD
1933 Verhaftung
Tätigkeit in Maklerbüro, dann Dresdner Bank in Berlin
1940 Hilfspolizist
1944 Waffendienst
1945 Wieder aktiv in Gewerkschaft und SPD
1946 Neue Heimat Kassel
Gründung eines Genossenschaftsrings
Gründung von Selbsthilfeorganisationen
Gründung der Südwestdeutschen Treuhand
1.1.1950 Geschäftsführer Neue Heimat Hamburg
14.1.1963 an Herzinfarkt gestorben

Quellen:
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Plett (Stand 6.8.2013)
Neue Heimat, Heft 1/1963, Sonderseite
Albert Vietor: Ein Motor des Wohnungsbaues. In: Neue Heimat 2/1963, S. 1-6

 

Albert Vietor

"King Albert" nannten sie den begeisterten Freizeitkapitän, der die Neue Heimat seit 1963 regierte. In diesem Jahr wurde er zum Vorsitzenden, nachdem Heinrich Plett überraschend gestorben war. Plett war es, der Vietor mit nach Hamburg zur Neuen Heimat brachte. Man kannte sich aus der gemeinsamen Arbeit für die Neue Heimat Kassel. Albert Vietor wurden ebenso wie Plett besondere Fähigkeiten im Finanzmanagement nachgesagt. Die reichten aber nicht aus, um die Neue Heimat aus den schwierigen Gewässern zu steuern, in die das Unternehmen seit Ende der 70er Jahre geriet. Seit 1982 haftet an Vietors Namen der Geruch von Vorteilsnahme und Manipulation. Am 15. Februar 1982 erschien das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mit einem Foto Albert Vietors auf der Titelseite und der Überschrift "Neue Heimat: Die dunklen Geschäfte von Vietor und Genossen". Vietor überlebte den "Neue-Heimat-Skandal" nur etwas mehr als zwei Jahre.

1922. Am 16. Mai geboren in Kassel. Vater Lebensmittelkaufmann
1934 Tod des Vaters. Albert Vietor muß im elterlichen Laden arbeiten
1936 Beginn einer Lehre als Lebensmittelkaufmann
Arbeitsdienst
Wehrdienst
russische Kriegsgefangenschaft
1945 Rückkehr nach Kassel
1.12. 1945 Mitarbeiter Neue Heimat Kassel
1946 Beginn der Zusammenarbeit mit Heinrich Plett
Februar 1946 Gewerkschaftsmitglied
April 1946 Heirat (Gerda)
1948 Tochter Waltraud
1950 Mitarbeiter der Neuen Heimat Hamburg
1.5. 1950 Prokurist der NH
1953 Tochter Margot
1954 Kaufmännischer Geschäftsführer der NH
1958 Stellvertretender Vorsitzender der NH
1963 Vorsitzender der Neuen Heimat
1969 Bundesverdie3nstkreuz
1972 Großes Bundesverdienstkreuz
1982 Neue-Heimat-Skandal. Vietor wird abgesetzt
1984 Gestorben am 26.11. in Ronco bei Ascona (Schweiz)

Quellen:
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Vietor (Stand 6.8.2013)
Who's Who in Technology. Edition Austria - Germany - Switzerland. 1. Auflage. Hrsg.: Otto J. Groeg. Wörthsee: Who's Who - Book & Publishing, 1979, S. 747
Who's Who in Germany. M - Z. 5. Ausgabe. Bearbeitung: Groeg, Otto J. Ottobrunn: Who's Who-Book & Publishing, 1974, S. 1765
Hamburgische Biografie. Personenlexikon, Band 2. Hrsg.: Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Hamburg: Christians Verlag, 2003, S. 429-430
Albert Vietor 50 Jahre alt. In: Neue Heimat, 5/1972, S. 37-38

 

Georg Bamberg

Architekt Bamberg kam von anderen Wohnungsunternehmen zur Neuen Heimat. Er setzte sich besonders für die Rationalisierung von Planung, Bauabläufen und Bautechnik ein. Er zeichnete mitverantwortlich für viele Großsiedlungen wie Lohbrügge-Nord, Rahlstedt-Ost, Osdorfer Born, Mümmelmannsberg, Kiel-Mettenhof und Lübeck-Buntekuh. Hobbies: Theater, Tennis, Wassersport.

Lebenslauf

4.11.1910 Geboren in Berlin als Georg Alexander Bamberg
Schulausbildung in Berlin, Realgymnasium
1930 Abschluß der Ausbildung an der städtischen Baugewerk-Schule in Berlin
1933 Diplom an der Staatlichen Hochschule für Baukunst in Weimar
1933 Mitarbeiter in diversen Architekturbüros
1935 Tätigkeit in der Wohnungswirtschaft
1949 - 1956 Planungsleiter bei der NWDS Hamburg
1956 Mitarbeiter der Neuen Heimat, Prokurist
1958 Abteilungsdirektor der Neuen Heimat Nord
1965 technischer Geschäftsführer der Neuen Heimat Nord
1969 stellvertretender Vorsitzender der Neuen Heimat Nord
1973 Geschäftsführer Unternehmensgruppe Neue Heimat
2001 gestorben am 15.4.2001

Publikationen

Wohnsiedlung Rahlstedt-Ost. In: Hamburg und seine Bauten1954-1968, 417-418
Behelfsheime und ihre Sanierung. In: Hamburg und seine Bauten 1929-1953, S. 165-166
Mettenhof. Stadtteil für 25.000 Menschen. Hrsg.: Unternehmensgruppe Neue Heimat, Neue heimat Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft im Lande Schleswig-Holstein

Quellen:
Who's Who in Technology. Wörthsee bei München: Who's Who, 1979. S. 25
Neue Heimat, Heft 11/1970, S. 47
Neue Heimat, Heft 11/1975, S. 45
Traueranzeigen Hamburger Abendblatt (23.4.2001)
Hamburgisches Architekturarchiv, Bestand Neue Heimat, insbesondere Signaturen NM

 

Peter Dresel

Dresel kam 1960 als Architekt zur Neuen Heimat, wo er es zum Leiter einer Planungsabteilung , zum Geschäftsführer und 1976 schließlich in den Vorstand der Unternehmensgruppe brachte.

2.4.1927 geboren in Dessau
Grundschule und Gymnasium in Dessau
1944 Schulabschluß
1944-1945 Arbeits- und Militärdienst
1945-1946 Arbeit in der Landwirtschaft
1947-1952 Studium der Architektur an der TH Karlsruhe, Diplom
1953-1956 Mitarbeiter in den Büros Egon Eiermann und Robert Hilgers (Karlsruhe)
1956-1959 Arbeit in den Büros Vedres und Boileau + Labourdette, Paris
1960-1962 Architekt bei der Neuen Heimat Hamburg
1962-1965 Aufbau und Leitung eines Planungsbüros für die Neue Heimat in Mannheim
1965-1969 Leitung der Planungsabteilung der Neue Heimat Baden-Württemberg
1969 Geschäftsführer der Neue Heimat Baden-Württemberg
1972 Lehrauftrag an der Universität Stuttgart "Stadtentwicklung und Wohnungsbau"
1975 Berufung in den Verwaltungsrat der Forschungsgemeinschaft Bauen und Wohnen
1976 Berufung in den Vorstand der Unternehmensgruppe Neue Heimat
1978 In den Vorstand des Rats für Formgebung gewählt
1982. Am 10.2. von der Neuen Heimat "einvernehmlich beurlaubt"

Peter Dresel ist heute als freischaffender Architetekt in Hamburg tätig

Quellen:
HAA Bestand Gerd Behrens, Unterlagen der Akademie für Städtebau und Landesplanung
Who's Who in Technology. Edition Austria - Germany - Switzerland. 1. Auflage. Hrsg.: Otto J. Groeg. Wörthsee: Who's Who - Book & Publishing, 1979, S. 133-134
Neue Heimat, 4/1980, S. 66
Baumeister, 6/1978, S. 546
Andreas Kunz (Hg.): Die Akte Neue Heimat. Krise und Abwicklung des größten Wohnungsbaukonzerns Europas 1982 - 1998. Frankfurt am Main, New York: Campus-Verlag.
2 Bände im Schuber. ISBN 3-593-37164-2, S. 528

 

Hans Konwiarz

Die neue Heimat beschäftigte eine Reihe Architekten in ihrem Hause, darunter waren auch einige, die außerhalb des Gewerkschaftsunternehmens bekannt wurden, etwa der begnadete Zeichner Peter Wels oder etwa der "andere" Karl Schneider, der u.a. die Erweiterung des Arbeitsamtes Altona in den 50er Jahren plante. Ähnlich wie Schneider war Hans Konwiarz selbständiger Architekt, bevor er zur Neuen Heimat ging. Er blieb dem Gewerkschaftsunternehmen bis zum nahenden Rentenalter treu, als der Neue-Heimat-Skandal ins Rollen kam, war Konwiarz gerade wieder freischaffender Architekt geworden. Hans Konwiarz war an der Planung vieler Projekte der Neuen Heimat in Schleswig Hostein beteiligt, z.B. Kiel-Pries, Kiel-Mettenhof, Kiel-Suchsdorf, Lübeck - St. Lorenz-Nord, Hans-Böckler-Siedlung in Neumünster.

Am bekanntesten wurde Konwiarz mit dem Entwurf für ein Alsterzentrum in Hamburg-St. Georg aus dem Jahre 1966. Das Modell für dieses Hochhauszentrum ging durch die Medien und wurde auf mehreren Ausstellungen gezeigt. Realisiert wurde das Alsterzentrum nie - glücklicherweise werden die meisten sagen. Die Gestalt des Alsterzentrums scheint eine Vorliebe Konwiarzs' für futuristische Formen und vor allem für terrassierte Bauten zu verraten.

Etwa aus der gleichen Zeit wie das Alsterzentrum stammen Entwürfe für ein Centro Cultural Pindorama in Brasilien. In den 70er Jahren entwarf er u.a. ein Hotel in Al Khobar (Saudi Arabien, mit Herbert Weisskamp). Zu vielen Projekten schrieb Konwiarz Artikel in den Neue Heimat Monatsheften.

1919 geboren in Breslau, Sohn des Magistratsbaumeisters Richard Konwiarz
1938-1940 Studium an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau
1941-1945 Kriegsdienst
1945-1952 Mitarbeiter in den Büros Apenbrink, Stammann und Schlote
1952-1954 freier Architekt in Hamburg
1954-1980 Tätigkeit für die Neue Heimat Hamburg
1977 Goldplakette für Städtebau, Umwelt, Arbeitswelt für das Müllheizkraftwerk Bremerhaven
1980 - freier Architekt in Hamburg

Quellen:
ifa Institut für Auslandsbeziehungen, Deutsche Kunst im Ausland (HAA Hängemappen A - Z) http://kuenstlerdatenbank.ifa.de/datenblatt.php3?ID=904&NAME=Konwiarz&ACTION=kuenstler&SUB_ACTION=1|8
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Konwiarz (Stand 6.8.2013)

 

Walter Beyn

Architekt. Geboren am 26. Juni 1912 in Hamburg. Nach dem Besuch der Technischen Staatslehranstalt in Hamburg arbeitete er zunächst in verschiedenen Architekturbüros und in einem Industriewerk. 1939 stieß er zur Neuen Heimat, zunächst als technischer Angestellter. Seit 1. Mai 1950 Prokurist und ab 1. Dezember 1954 Geschäftsführer der Neuen Heimat Hamburg. Nach 1950 baute er die technische Abteilung der NH auf. 1958 wurde er in den Vorstand der Neuen Heimat berufen, seit 1. März 1963 war er stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft bis zu seiner Pensionierung am 30.6.1977. Gestorben am 23.2.1999.
Beyn war auch politisch tätig. 1954 bis 1961 gehörte er der Hamburger Bürgerschaft an. Walter Beyn setzte sich besonders für die Rationalisierung im Wohnungsbau ein. Unter seiner technischen Oberleitung entstand das Wohnhochhaus am Habichtsplatz in Hamburg-Barmbek im neuen Gleitbauverfahren.

Quellen:
Walter Beyn 60 Jahre - Große Verdienste um den Wohnungsbau. In: Neue Heimat, 7/1972, S. 47
Walter Beyn 50 jahre alt. In: Neue Heimat 7/1962, S. 49
Who's Who In Germany A - L. 5. Ausgabe. Bearbeitung: Groeg, Otto J. Ottobrunn: Who's Who-Book & Publishing, 1974, S. 122


 
Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer